Krimis schreiben.

Punkt. Klarer Titel, klares Thema.

Auf meinem Regal mit Schreibratgebern habe ich diesen gut zwanzig Jahre alten Titel entdeckt, der nur noch antiquarisch zu kaufen ist. Herausgegeben haben ihn die ‚Private Eye Writers of America‘. In dieser Organisation haben sich Schriftsteller zusammengeschlossen, die sich auf Detektivgeschichten spezialisiert haben.

Das Handbuch ist kein Ratgeber, dessen Kapitel aufeinander aufbauen. Die verschiedenen Autoren steuern Aufsätze zu unterschiedlichen Themenbereichen bei. Sie beschäftigen sich mit Kreativität, Figurenentwicklung, Schauplätzen, Strukturen und steuern noch weitere, teils ausgefallene Themen bei (Was ist zum Beispiel zu beachten, wenn ein Krimi in einer Western-Umgebung spielt?).

Zwar orientiert sich das Buch deutlich an amerikanischer Detektivliteratur und der dortigen Buchszene, trotzdem können Schreiber und wissbegierige Leser Anregungen und interessante Informationen finden.

‚Krimis schreiben.‘, herausgegeben von Robert J. Randisi (Verlag Zweitausendeins, 1999)

Rette die Katze!

Foto: Inna Astakhova, Fotolia

Reißerischer Titel und Katzenfoto. Damit müssten die Zugriffszahlen für diesen Beitrag alle Grenzen sprengen…

Der andere Grund für diesen Blog ist die Kurzvorstellung des Schreibratgebers von Blake Snyder, einem 2009 verstorbenen Drehbuchautor und -coach. Es geht tatsächlich um das Schreiben von Drehbüchern, aber auch für das Schreiben von spannenden Romanen kann man bei den Tipps fündig werden.

Zum Beispiel fordert er, dass man in nur einem griffigen Satz erklären können muss, worum es in dem Film (oder Roman) geht. Diese sogenannte ‚Logline‘ soll den Empfänger an den Haken nehmen und ihn neugierig auf den Inhalt machen. Gelingt dies nicht, so ist möglicherweise die Idee doch nicht so erfolgversprechend.

„Rette die Katze“ setzt den Fokus deutlich auf das Schreiben von Drehbüchern, aber auch andere Geschichtenerzähler können von einzelnen Anregungen profitieren.

PS.: Sollten die Zugriffszahlen dieses Beitrags tatsächlich durch die Decke gehen, bleibe ich bei Katzenfotos als ‚Eyecatcher‘.

Schreibratgeber 4: „Wort für Wort“ von Elizabeth George

„Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben“ lautet der Untertitel des Buches der US-amerikanischen Krimiautorin Elizabeth George. Ich habe ihren Ratgeber vor einigen Jahren eher zufällig gefunden, denn in der Buchhandlung stehen im Regal für Scheibnerds meist andere Titel. Aber Elizabeth George hat zu dem Thema einiges zu sagen. Sie hat etwa 25 Kriminalromane veröffentlicht, und ihrem Ratgeber merkt man an, dass sie ihr Handwerk versteht.

Sie geht auf die Grundlagen von der Idee über den Plot, Rohfassung und Überarbeitung ein und illustriert die einzelnen Schritte mit Beispielen. Besonders inspirierend ist dabei der vierzehnte Schritt des Arbeitsprozesses: „Champagner! Ihr habt einen Roman geschrieben.“

Der Ratgeber erschien 2004 bei Goldmann und ist meines Wissens nur noch antiquarisch zu erwerben.

Schreibratgeber 3: „Über das Schreiben“ von Sol Stein

Praktische Lösungen verspricht der amerikanische Autor und Lektor Sol Stein in seinem Ratgeber mit dem schlichten Titel „Über das Schreiben“. Der überwiegende Teil wendet sich an Schriftsteller von fiktionaler Literatur, aber auch Sachbuchautoren werden bei seinen Ratschschlägen fündig.

Sol Stein bespricht all die Themen, die einen Autor beschäftigen müssen. Die Kapitel beschreiben zum Beispiel das Erschaffen von Figuren, Spannungserzeugung, das Verfassen guter Dialoge, die richtige Perspektive, das Überarbeiten und schließlich auch die Wahl eines guten Buchtitels.

Viele Beispiele runden die Erklärungen ab und veranschaulichen die Theorie. „Über das Schreiben“ ist mit seinen rund 440 Seiten ein Buch, welches auch zum späteren Nachschlagen gut geeignet ist.

Mein Lieblingszitat: „Deine Figuren sollen stehlen, töten, Vater und Mutter nicht ehren, falsches Zeugnis ablegen und ihrs Nächsten Haus, Weib, Knecht, Magd, Ochsen und Esel begehren, denn die Leser gieren nach solchen Dingen und gähnen vor Langeweile, wenn deine Figuren demütig, unschuldig, verzeihend und friedfertig sind.“ (Sol Stein, Über das Schreiben, Zweitausendeins, 1997, Seite 419)

Schreibratgeber 2: „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King


Das Buch ist, wie der Titel es schon andeutet, zweigeteilt. Der erste Teil ist die Autobiographie Kings über die Anfänge seiner schriftstellerischen Tätigkeit bis zu seinem schweren Unfall und seiner Genesung im Jahr 1999. So erfährt man, dass auch der Großmeister der Horrorstorys klein angefangen hat und es nur einem Zufall zu verdanken war, dass sein erster Roman, der bereits im Papierkorb lag, doch noch veröffentlicht wurde.

Der zweite Teil beschreibt dann tatsächlich das Schreibhandwerk aus Kings Sicht. Er gibt zahlreiche Hinweise zu Figuren, Dialogen und weiteren Themen und illustriert sie mit Beispielen.

Für Fans von Stephen King allein wegen des biographischen Teils ein Muss, Schreibinteressierte finden zahlreiche Anregungen.

Mein Lieblingszitat: „Lesen ist das Kreativzentrum eines Schreibers. Ich habe immer ein Buch dabei und finde immer wieder Gelegenheit, meine Nase hineinzustecken. Man muss sich nur angewöhnen, in kleinen wie in großen Einheiten lesen zu können. Wartezimmer beispielsweise wurden eigens für Bücher erfunden.“ (Stephen King, Das Leben und das Schreiben, Ullstein Verlag, 2000, Seite 164)

Schreibratgeber 1: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ von James N. Frey

Mit diesem Beitrag möchte ich beginnen, ein paar Schreibratgeber vorzustellen, die in meinem Bücherregal stehen, und kurz meinen Eindruck anreißen.

Ich starte mit einem Ratgeber, dessen Titel bereits knackig  ist und die Art und Weise, in der Frey sein Wissen vermittelt, ist ähnlich unterhaltsam.

Ein paar Ausschnitte aus dem Inhalt:
– Figuren
– Konflikt, Konflikt, Konflikt
– Prämisse
– ABC des Erzählens
– Rafinessen aus der Trickkiste des Romanautors
– Die hohe Kunst, gute Dialoge zu schreiben
– Überarbeiten und umschreiben

Dieses Buch macht Mut, seinen Roman zu schreiben. Es ist machbar, wenn man es will, sich nicht entmutigen lässt und diszipliniert bei der Sache bleibt.

Mein Lieblingszitat: „Manchmal fühlt sich Ihr Kopf wie ein Betonklotz an, und Sie können nichts aus ihm herauspressen. Manchmal lesen Sie sich noch einmal durch, was Sie geschrieben haben, und Sie glauben, Sie könnten Ihrem Hund beibringen, es besser zu machen. Manchmal wiederum wissen Sie genau, dass das, was sie geschrieben haben, von einer Billanz jenseits Ihrer kühnsten Erwartungen ist. Sie zeigen es Ihrem Agenten, und er schlägt vor, Sie sollten es vielleicht mal mit einem Arztroman versuchen.“ ( James N. Frey, Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Verlag Emons, 1993, Seite 193)

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