#Büchertipp: „Der Übergang“ von Justin Cronin

Zugegeben: In Coronazeiten ist dieser Buchtipp nur etwas für Leser mit starken Nerven.
Bei einem medizinischen Experiment werden zwölf Männer mit einem Virus infiziert. Das Experiment schlägt jedoch auf fürchterliche Weise fehl. Die Männer erlangen übernatürliche Kräfte und brechen aus dem Labor aus. Sie töten oder infizieren jeden Menschen, dem sie begegnen. Nur ein bestimmtes Mädchen kann die Menschheit noch retten.

Wie gesagt, in der heutigen Zeit ist das keine Lektüre für jeden. Aber dieser Endzeitthriller ist spannend, schockierend, bewegend. Und er umfasst zusammen mit den beiden Folgebänden „Die Zwölf“ und „Die Spiegelstadt“ rund 2.800 Seiten. Keine schlechten Aussichten in Coronazeiten …

Also: Wer „Harper – Jäger und Gejagter“ bereits gelesen hat, hat meine Erlaubnis, zum „Übergang“ und den zwei weiteren Bänden von Justin Cronin zu greifen.

Schreibratgeber 2: „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King


Das Buch ist, wie der Titel es schon andeutet, zweigeteilt. Der erste Teil ist die Autobiographie Kings über die Anfänge seiner schriftstellerischen Tätigkeit bis zu seinem schweren Unfall und seiner Genesung im Jahr 1999. So erfährt man, dass auch der Großmeister der Horrorstorys klein angefangen hat und es nur einem Zufall zu verdanken war, dass sein erster Roman, der bereits im Papierkorb lag, doch noch veröffentlicht wurde.

Der zweite Teil beschreibt dann tatsächlich das Schreibhandwerk aus Kings Sicht. Er gibt zahlreiche Hinweise zu Figuren, Dialogen und weiteren Themen und illustriert sie mit Beispielen.

Für Fans von Stephen King allein wegen des biographischen Teils ein Muss, Schreibinteressierte finden zahlreiche Anregungen.

Mein Lieblingszitat: „Lesen ist das Kreativzentrum eines Schreibers. Ich habe immer ein Buch dabei und finde immer wieder Gelegenheit, meine Nase hineinzustecken. Man muss sich nur angewöhnen, in kleinen wie in großen Einheiten lesen zu können. Wartezimmer beispielsweise wurden eigens für Bücher erfunden.“ (Stephen King, Das Leben und das Schreiben, Ullstein Verlag, 2000, Seite 164)

Schreibratgeber 1: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ von James N. Frey

Mit diesem Beitrag möchte ich beginnen, ein paar Schreibratgeber vorzustellen, die in meinem Bücherregal stehen, und kurz meinen Eindruck anreißen.

Ich starte mit einem Ratgeber, dessen Titel bereits knackig  ist und die Art und Weise, in der Frey sein Wissen vermittelt, ist ähnlich unterhaltsam.

Ein paar Ausschnitte aus dem Inhalt:
– Figuren
– Konflikt, Konflikt, Konflikt
– Prämisse
– ABC des Erzählens
– Rafinessen aus der Trickkiste des Romanautors
– Die hohe Kunst, gute Dialoge zu schreiben
– Überarbeiten und umschreiben

Dieses Buch macht Mut, seinen Roman zu schreiben. Es ist machbar, wenn man es will, sich nicht entmutigen lässt und diszipliniert bei der Sache bleibt.

Mein Lieblingszitat: „Manchmal fühlt sich Ihr Kopf wie ein Betonklotz an, und Sie können nichts aus ihm herauspressen. Manchmal lesen Sie sich noch einmal durch, was Sie geschrieben haben, und Sie glauben, Sie könnten Ihrem Hund beibringen, es besser zu machen. Manchmal wiederum wissen Sie genau, dass das, was sie geschrieben haben, von einer Billanz jenseits Ihrer kühnsten Erwartungen ist. Sie zeigen es Ihrem Agenten, und er schlägt vor, Sie sollten es vielleicht mal mit einem Arztroman versuchen.“ ( James N. Frey, Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Verlag Emons, 1993, Seite 193)

#Buchtipp: „Der russische Spion“ von Daniel Silva

Der Spionageroman ist tot? Denkste!

Der US-amerikanische Autor Daniel Silva schickt seinen Agenten Gabriel Allon bereits zum 18. Mal auf eine Mission. Diesmal ist der Chef des israelischen Geheimdienstes persönlich anwesend, als ein russischer Überläufer in Wien in Empfang genommen wird. Doch der Überläufer wird ermordet. Allon ist überzeugt davon, dass es einen Maulwurf in den Reihen der westlichen Geheimdienste gibt …

Ein spannender Spionageroman, den man auch genießen kann, wenn man die vorherigen Fälle nicht kennt.

E-Book ‚Harper – Jäger und Gejagter‘ ist online!

Früher als erwartet ist die E-Book-Version meines Thrillers veröffentlicht worden. Bis zum 01.09.2019 kann es noch zum Sonderpreis von 1,49 € bestellt werden.
Die Druckversion meines Buches erscheint am 17.10.2019.

Hier der Link zur Amazon-Seite.

Alle anderen E-Book-Shops sollten den Thriller jedoch auch anbieten.

#Büchertipp: Don Winslow ‚Missing. New York‘

Ich legte meine Dienstmarke auf Captain Carters Schreibtisch.
„Ich kündige.“
„Sie kündigen?“
Ich schwieg – er hatte mich verstanden.
Doch nicht der Fall Hansen?“, fragte er.

„Doch“, sagte ich. „Der Fall Hansen.“
Carter fuhr hoch. „Wir haben getan, was wir konnten!“
„Einverstanden“, sagte ich. „Aber ich habe nicht getan, was ich konnte.“
Das war die Wahrheit.
Behörden sind etwas Gutes. Und im Allgemeinen glaube ich an sie. Die längste Zeit meines Lebens war ich ein „Behördenmensch“ – erst bei den Marines, dann bei der Polizei. Behörden können Dinge, vor denen Einzelne versagen.
Aber genauso wahr ist das Gegenteil.
Weil ein Einzelner die Freiheit hat, zu tun, was getan werden muss.

(Don Winslow, ‚Missing. New York‘)

Das ist Frank Decker. Lakonisch, geradlinig, stur. Was er sich in den Kopf gesetzt hat, das führt er auch durch.

Als Polizist konnte er die vermisste siebenjährige Hailey nicht finden. Aber er ist überzeugt davon, dass sie noch lebt. Und so bricht er alle Brücken hinter sich ab und folgt einer Spur, die ihn von einer Kleinstadt in Nebraska bis nach New York führt.

Ein spannender Krimi mit einem cooolen Ermittler und einem Finale mit Wendungen.

#Büchertipp: ‚Kings of Cool‘ von Don Winslow

Das Thema des 2012 auf deutsch erschienenen Romans von Don Winslow ist die Drogenszene an der Pazifikküste Kalifoniens. Er spielt auf zwei Zeitebenen (2005 sowie in den 1960er bis 1980er Jahren) und beschreibt jeweils, wie eine Gruppe junger Leute beginnt, mit Drogen zu handeln und eine Organisation aufzubauen.

Mit der Zeit werden die Drogen und die Story härter, beide Erzählebenen werden zu einem blutigen Showdown zusammengeführt.

Das Finale des Romans ist temporeich. Zu Beginn braucht man jedoch etwas Zeit, um in die Geschichte hineinzufinden. Dies liegt zum einen an den beiden Erzählsträngen, deren Figuren zuerst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen.

Zum anderen jedoch hat der Roman eine ganz eigene Form. Die gut 300 Kapitel (auf ca. 350 Seiten verteilt) sind zum Teil extrem kurz (Beispiel Kapitel 1: „Leck mich am Arsch.“ Kapitelende.). Manche Kapitel sind in Form eines Drehbuchs oder in Versform gestaltet.

Ein kurzweiliges Leseerlebnis in ungewöhnlicher Form.

#Büchertipp: ‚Oxen – Das erste Opfer‘ von Jens Henrik Jensen

Niels Oxen, ehemaliger Elitesoldat, jedoch nach zu vielen Einsätzen schwer traumatisiert, kommt in der normalen dänischen Gesellschaft nicht zurecht und sucht sich mit seinem Hund eine ruhige und abgelegene Stelle in einer der größten Waldlandschaften Dänemarks. In einem nahegelegenen Schloss wird der Hausherr, ein angesehener ehemaliger Spitzendiplomat, getötet und schon steht Oxen im Visier der Polizei. Wenig später taucht der dänische Inlandsnachrichtendienst PET auf, da sich noch weitere Todesfälle ereignet haben, die mit dem Tod des Diplomaten im Zusammenhang stehen könnten.
Das Fatale daran ist, dass Oxen mit allen Opfern in der Vergangenheit in Beziehung gestanden hat. Der PET bietet Oxen an, für sie zu ermitteln und stellt ihm die Agentin Margarethe Franck zur Seite.

Der Roman besticht durch die spannenden Charaktere Oxen und Margarethe Franck. Oxen muss immer wieder seine Dämonen, die Erinnerungen an schreckliche Erlebnisse als Elitesoldat in verschiedenen Kriegen, bekämpfen. Außerdem scheinen auch Oxens Auftraggeber ihre Geheimnisse zu haben. Die Ermittlungen führen schließlich bis in die höchsten Regierungskreise.

Dieser Roman ist der erste Band einer Trilogie. Die weiteren Bände ‚Der Dunkle Mann‘ und ‚Gefrorene Flammen‘ sind bereits erschienen.

#Büchertipp: Karin Slaughter – Ein Teil von ihr

Karin Slaughters neuester Thriller ist die Geschichte zweier Frauen – Mutter und Tochter. Bei einem Besuch in einem Einkaufszentrum werden beide Ziel einer Attacke. Laura, die Mutter, kann ihre erwachsene Tochter Andy retten, indem sie den Angreifer tötet. Dann überschlagen sich die Ereignisse und Laura zwingt ihre Tochter zu einer Flucht, die sie offenbar schon jahrelang geplant hat. Andy erkennt ihre Mutter nicht wieder und für sie bricht eine Welt zusammen.

Karin Slaughter beschreibt parallel die Fluchtgeschichte Andys, die Stück für Stück hinter die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter kommt und – wesentlich ruhiger und langsamer – die bereits drei Jahrzehnte zurückliegenden Episoden in Lauras Leben, die schließlich zu den Ereignissen in der Gegenwart geführt haben.

Das Finale und selbst der Epilog führen die Lebenswege von Mutter und Tochter dramatisch wieder zusammen.

Das Buch ist nicht nur ein Thriller, sondern zeigt auch ein Stück Entwicklung und Befreiung von Abhängigkeiten.


#Büchertipp: Jeffery Deaver ‚Der Knochenjäger‘

Jeffery Deaver
‚Die Assistentin‘ / ‚Der Knochenjäger‘
Erscheinungsjahr: 1997

Ein ungewöhnlicher Held ist Lincoln Rhyme, die Hauptfigur von mittlerweile 13 Thrillern, die der amerikanische Autor Jeffery Deaver über ihn geschrieben hat. Rhyme arbeitete bei der Spurensicherung der New Yorker Polizei, ist jedoch nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt. Trotzdem unterstützt er seine ehemaligen Kollegen, als sie die senkrecht begrabene Leiche eines Mannes finden, dessen Hand aus dem Boden ragt. Es stellt sich heraus, dass ein Serienkiller sein Unwesen treibt. Rhyme wird von der Polizistin Amelia Sachs unterstützt, die für ihn die Tatortuntersuchung durchführt, während Rhyme die verschiedenen Hinweise nach und nach zusammenfügt.

Der Thriller lebt einerseits von der Hauptfigur und seiner Verzweiflung mit dem eigenen Dasein, andererseits aber auch von den dramatischen Ereignissen und den Versuchen, dem Mörder zuvorzukommen. Bis zur letzten Seite gibt es noch Wendungen und Wendungen und … Wendungen. Bei einem Thriller von Jeffery Deaver sollte man nie sicher sein, das Ende vor der letzten Seite zu kennen. 

In einem Interview sagte Deaver, er brauche für den Plot eines Thrillers etwa acht Monate, das eigentliche Schrieben würde dann viel schneller gehen. Man merkt Deavers Sorgfalt bei der Plotgestaltung, denn seine Thriller sind spannend bis zum Schluss.

Das Buch wurde mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen im Jahr verfilmt. Der Thriller erschien erst unter dem Titel ‚Die Assistentin‘ und danach unter ‚Der Knochenjäger‘.

Klare Leseempfehlung!

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