Korrektorat: Auch das Auge isst mit …

Es geht Schlag auf Schlag.
Per Post hat mir der Verlag das Manuskript in seiner derzeitigen Fassung zugesendet. Es ist mit der Schriftart und in der Schriftgröße gedruckt, die auch im ‚echten‘ Buch verwendet werden.
Und es sieht schon richtig gut aus.

Bei einigen Seiten muss noch kleine Ergänzungen vornehmen, denn die letzten Zeilen auf einer Seite sollen bündig auf einer Höhe angeordnet sein.
Merke: Auch das Auge isst mit!

Jetzt ist auch die letzte Gelegenheit, noch weitere Änderungen vorzunehmen.
Also, wirklich die letzte Gelegenheit!
Das ist keine Spielerei mehr.
Was jetzt nicht auffällt, wird so auch gedruckt und das Licht der Welt erblicken.

Aber macht diese absolute Endgültigkeit mich in irgendeiner Form nervös oder ruhe ich in mir wie Buddha persönlich?
Hölle, natürlich habe ich Bammel!

Was ist, wenn doch noch ein Schnitzer drin ist?
Habe ich Kapitel 2 auch spannend genug geschrieben?
Ist Kapitel 17 nicht doch zu lang?
Oder zu kurz?
Vielleicht interessiert das Thema auch niemanden. Fantasy-Epen mit Drachen sollen ja ganz gut gehen. Ob ich doch noch einmal mit meinem Verleger über eine Neuausrichtung des Romans spreche?

In solchen Fällen aufkommender Hysterie hilft manchmal ein Ratschlag aus dem Roman ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ von Douglas Adams.

Keine Panik!

Also beruhige ich mich, trinke einen Baldrian-Tee, mache ein paar Atemübungen und denke entspannt darüber nach, ob nicht noch ein paar Science-Fiction-Elemente meinen Roman entscheidend verbessern könnten.

Lektorat Teil 2: Man muss auch einstecken können …

Auch der zweite Lektoratsdurchgang ist geschafft und die noch offenen Fragen wurden geklärt. 28 Kommentare und 35 Löschungen/Änderungen sind schon einmal eine deutliche Verbesserung zum ersten Durchgang.

Hatte ich schon erwähnt, dass meine Lektorin eine Aktion meines Helden Harper als ‚dämlich‘ bezeichnet hat? Nein? Muss ich verdrängt haben …

Keiner hat behauptet, dass Schreiben schmerzfrei vonstattengeht. Aber ‚dämlich‘? Das tut schon weh.
Aber was noch mehr weh tut, ist die Tatsache, dass meine Lektorin Recht hatte.
Zum Glück konnte ich Harper mit einer kleinen Änderung wieder in die Spur bringen.

Als Nächstes steht das Korrektorat an. Dann werde ich einen ersten Eindruck bekommen, wie mein Thriller auf Papier aussehen wird. Und es ist die letzte Möglichkeit, Änderungen vorzunehmen.

Von Rechtschreib- und Logikfehlern ….

Wenn man  gefühlt  hundertmal die eigene Geschichte gelesen und verbessert hat, dann kann das Lektorat ja eigentlich nicht mehr viel finden.

Nun, meine fleißige Lektorin hat mir mein Manuskript mit 140 Kommentaren und 437 Löschungen/Änderungen zurückgeschickt.

Da ich die Angelegenheit professionell angehe, bin ich in den Keller gegangen, habe eine Runde geweint, ein Flasche Wein hoch geholt und mir in Ruhe einen Überblick verschafft.

Ich habe festgestellt:

  1. Offensichtlich reichen die automatische Rechtschreibprüfung und zwanzig eigene Revisionsdurchgänge nicht aus, Rechtschreibfehler zu eliminieren.
  2. „Selber‘ und ‚selbst‘ sind nicht dasselbe.
  3. Logische Fehler sind auch enthalten, denn z.B. kann mein Held einen Koffer zweimal hintereinander öffnen, ohne ihn vorher geschlossen zu haben. Außerdem ist er in der Lage, durch geschlossene Türen zu sehen (ich habe also einen Superhelden erschaffen).

Gerade der letzte Punkt zeigt, dass das Lektorieren hohe Konzentration erfordert und ich bin meiner Lektorin wirklich für ihre Arbeit und ihre Verbesserungsvorschläge dankbar.

Ich habe nun Änderungen eingearbeitet, so dass es nun in die nächste Lektoratsrunde gehen kann.

Bis dahin warte ich nägelkauend auf das nächste Feedback  …

… oder ich gehe noch einmal in den Keller zum Weinregal.

Viele Grüße vom Lektorat …

Die ersten heißen Sommertemperaturen im Jahr 2019! Dazu ein Feiertag, ein Urlaubstag, der Grill steht auf der Terrasse, die Getränke sind gekühlt…

Und dann die erste Rückmeldung vom Lektorat.
Wenn ich einmal großzügig rechne, dann kommen auf rund 300 Seiten Manuskript etwa 600 Korrekturen, Änderungsvorschläge bzw. Anmerkungen.

Naja, Hitze mag ich ohnehin nicht, Abgeschiedenheit tut auch mal gut und solange die Kaffeemaschine funktioniert, will ich nicht meckern.

Später mehr …

#Hörspieltipp: ‚Cascabel‘: Die Task Force Hamm ermittelt …

Nicht nur im Fersehen gehen Tatort-Kommissare auf Verbrecherjagd, sondern auch im Radio kann man verschiedene Ermittlerteams verfolgen. Regelmäßig kommt das Team der Task Force Hamm zum Zuge, welches sich von den herkömmlichen Helden grundsätzlich unterscheidet. Zum einen sind alle wegen verschiedener Vergehen in die Provinz strafversetzt worden, zum anderen gehen sie sich gegenseitig ziemlich auf die Nerven.
Da jedoch auch in Hamm gemordet wird, müssen die Ermittler wohl oder über zuammenarbeiten.
Im aktuellen Fall geht es um den Tod eines Mannes, der durch Schlangengift ums Leben gekommen ist und um einen verschwundenen Hund.
Witzige Unterhaltung mit hochkarätigen Sprechern (u.a. Uwe Ochsenknecht und Sönke Möhring).
Verfügbar in der ARD Mediathek und unter https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-hoerspiel/audio-ard-radio-tatort-cascabel-100.html

#Büchertipp: ‚Kings of Cool‘ von Don Winslow

Das Thema des 2012 auf deutsch erschienenen Romans von Don Winslow ist die Drogenszene an der Pazifikküste Kalifoniens. Er spielt auf zwei Zeitebenen (2005 sowie in den 1960er bis 1980er Jahren) und beschreibt jeweils, wie eine Gruppe junger Leute beginnt, mit Drogen zu handeln und eine Organisation aufzubauen.

Mit der Zeit werden die Drogen und die Story härter, beide Erzählebenen werden zu einem blutigen Showdown zusammengeführt.

Das Finale des Romans ist temporeich. Zu Beginn braucht man jedoch etwas Zeit, um in die Geschichte hineinzufinden. Dies liegt zum einen an den beiden Erzählsträngen, deren Figuren zuerst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen.

Zum anderen jedoch hat der Roman eine ganz eigene Form. Die gut 300 Kapitel (auf ca. 350 Seiten verteilt) sind zum Teil extrem kurz (Beispiel Kapitel 1: „Leck mich am Arsch.“ Kapitelende.). Manche Kapitel sind in Form eines Drehbuchs oder in Versform gestaltet.

Ein kurzweiliges Leseerlebnis in ungewöhnlicher Form.

#Büchertipp: ‚Oxen – Das erste Opfer‘ von Jens Henrik Jensen

Niels Oxen, ehemaliger Elitesoldat, jedoch nach zu vielen Einsätzen schwer traumatisiert, kommt in der normalen dänischen Gesellschaft nicht zurecht und sucht sich mit seinem Hund eine ruhige und abgelegene Stelle in einer der größten Waldlandschaften Dänemarks. In einem nahegelegenen Schloss wird der Hausherr, ein angesehener ehemaliger Spitzendiplomat, getötet und schon steht Oxen im Visier der Polizei. Wenig später taucht der dänische Inlandsnachrichtendienst PET auf, da sich noch weitere Todesfälle ereignet haben, die mit dem Tod des Diplomaten im Zusammenhang stehen könnten.
Das Fatale daran ist, dass Oxen mit allen Opfern in der Vergangenheit in Beziehung gestanden hat. Der PET bietet Oxen an, für sie zu ermitteln und stellt ihm die Agentin Margarethe Franck zur Seite.

Der Roman besticht durch die spannenden Charaktere Oxen und Margarethe Franck. Oxen muss immer wieder seine Dämonen, die Erinnerungen an schreckliche Erlebnisse als Elitesoldat in verschiedenen Kriegen, bekämpfen. Außerdem scheinen auch Oxens Auftraggeber ihre Geheimnisse zu haben. Die Ermittlungen führen schließlich bis in die höchsten Regierungskreise.

Dieser Roman ist der erste Band einer Trilogie. Die weiteren Bände ‚Der Dunkle Mann‘ und ‚Gefrorene Flammen‘ sind bereits erschienen.

Recherche …

Hier ein paar Impressionen von Recherchen zu meinem nächsten Projekt…

… einem modernen Robinson-Crusoe-Abenteuer mit Horrorelementen, Drachen, Romantik und der Lösung aller Umweltprobleme durch Nutzung von Bier als Energiequelle.